Samstag, 9. Juni 2012

As American as Apple Pie


Ich gebe es zu: Dieses Buch habe ich wegen des Covers gekauft. Sind die beiden nicht entzückend? Die Turnschuhe mit den weißen Socken, das bis oben zugeknöpfte karierte Hemd kombiniert mit Shorts - amerikanischer geht´s nicht mehr.

Die Leibesfülle deutet es an: Die Kuchen aus der Bäckerei von Cheryl und Griffith Day haben es in sich. Aber wer traut schon einem dünnen Koch?  "Wenn Sie Angst vor Butter haben, dann nehmen Sie Sahne", diesen beruhigenden Ratschlag gab Julia Child amerikanischen Hausfrauen in den 60er Jahren. Cheryl und Griffith zeigen uns die unbekümmerte Seite amerikanischer Küche. 

Der Inhalt des Buches hält was das Cover verspricht, die Rezepte sind üppig und lecker. Aber nicht nur das. Der Titel "Back in the Day" spielt nicht nur auf den Nachnamen der beiden an. Auch Cheryl´s süsses retro Outfit verrät es: Rezepte und Styling verbreiten den Charme der guten alten Zeit. Die Klassiker aus dem Süden der USA werden auf liebevolle Art in ihrer Bäckerei serviert und neu interpretiert. So auch der "Salted Caramel Pie". (Salziges Karamell ist übrigens eine so wunderbare Kombination, dass ich noch einen eignen Post darüber schreiben muss.)

Wie gesagt, dieser Kuchen ist ein Pie. Er hat eine Decke aus Teig und wird in einer Keramikform gebacken. Er lässt sich nicht aus der Form nehmen und schneiden wie ein deutscher Apfelkuchen. Das Rezept für den "Salted Caramel Pie" lässt sich vereinfachen, in dem man  den Boden wegläßt und ihn wie einen Apple Crumble nur mit einer Teigschicht bedeckt zubereitet.




Rezept Teig

(Die Menge reicht für Boden und Deckel. Wenn nur eine Teigschicht für den Deckel benötigt wird, einfach die Mengenangaben halbieren - oder einfach fertigen Mürbeteig aus dem Kühlregal verwenden.)

400 g Mehl gesiebt
100 g Zucker, 1 Messerspitze Salz
250 g Butter (ungesalzen)

Mehl, Zucker und Salz vermischen. Butter schmelzen und langsam zu dem Mehlgemisch gießen und mit einer Gabel verrühren. Wegen des hohen Buttergehalts ist der Teig sehr bröselig. Es ist deshalb unmöglich, den Teig auszurollen. Nur zu einer Rolle formen und mindestens 30 Minuten kalt stellen.
Die Hälfte des kalten Teigs in Scheiben schneiden und mit den Fingern in die Form pressen. Die ausgelegte Form und die andere Hälfte des Teigs wieder in den Kühlschrank stellen.

Karamell:
200 g Zucker
125 ml Wasser
1  TL Meersalz
170 g Butter (ungesalzen) zimmerwarm
50 ml Sahne
Apfel-Füllung:
50 ml Zitronensaft
5-6 Äpfel (möglichst verschiedene Apfelsorten)
30 gr Mehl
jeweils ein 1/4 Tl gemahlenes Piment, Muskatnuss, Zimt und Ingwer
1 Ei
2 EL brauner Zucker

Für die Karamellsauce das Wasser mit dem Zucker und dem Salz in einen Topf geben und bei großer Hitze kochen lassen. Ohne Unterbrechung rühren bis der Zucker sich aufgelöst hat. Dann nicht mehr rühren sonst bilden sich Kristalle. Wenn das Wasser verdampft ist, fängt der Zucker an zu karamellisieren, dann auf mittlere Temperatur herunterschalten. Den Topf auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen. Die Farbe des Karamells durch vorsichtiges schwenken des Topfs prüfen. Sobald das Karamell eine goldbraune Farbe angenommen hat, den Topf von der Herdplatte nehmen. Das Karamel nicht zu dunkel werden lassen. Lieber früher vom Herd nehmen, es dunkelt im heißen Topf noch nach. Nun vorsichtig die warme Butter und die Sahne unterrühren. Achtung, der Zucker ist sehr heiß. Die noch heiße Mischung in eine Rührschüssel (am besten aus Metall) füllen und mit den Mixer kaltschlagen. Dabei verbinden sich Zucker, Sahne und Butter zu einer cremigen Sauce.







Ofen auf 200 C vorheizen.
Für die Füllung Äpfel schälen, vierteln und Kernhaus entfernen. In feine Scheiben (ca.3-4 mm) schneiden. In eine Schüssel geben und mit Zitronensaft mischen.
Mehl mit den Gewürzen mischen und über die Äpfel sieben, alles vermischen. Äpfel in die gekühlte und mit Teig ausgelegte Form füllen. Mit der Hälfte der Karamellsauce begießen, die andere Hälfte zum Kuchen reichen.
Den Rest des Teigs in Scheiben schneiden und über die Äpfel legen. Falls fertiger Mürbteig verwendet wird, nicht vergessen ein Loch in die Mitte zu stechen damit der Dampf entweichen kann. Natürlich könnte man auch viel Zeit darauf verwenden, einen perfekten glatten Mürbteig zu fertigen, der aussieht wie vom Bäcker. Aber ich mag gerade den rustikalen "hausbackenen" Charme. Nur noch mit einem verquirlten Ei bepinseln und für noch mehr Karamell mit braunem Zucker bestreuen.
Den Kuchen in den vorgeheizten Backofen (200 °C) setzen, dabei unbedingt ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech unter die Form geben. Das Karamell kocht während des backens über den Rand der Form.
Nach 20 Minuten die Temperatur auf 180 °C reduzieren und weitere 45 Minuten backen bis der Kuchen goldbraun ist. Vor dem Anschneiden abkühlen lassen und mit einer Kugel Vanilleeis, Sahne oder Creme Fraîche servieren.

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